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FOSSIL :
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Wollnashorn (Rhinozerotide), Coelodonta antiquitatis
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ANATOMIE :
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Zahn (1.Mahlzahn, Oberkiefer rechts)
oben: von oben; unten: von der Aussenseite
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LOKALITÄT:
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Boncourt, Grands'Combes
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GEOLOGIE :
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75 000-30 000 Jahre, frühe bis mittlere Eiszeit, Oberes Pleistozän
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FOSSIL :
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Wollnashorn (Rhinozerotide), Coelodonta antiquitatis
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ANATOMIE :
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Fragment des rechten Unterkiefers, Aufsicht
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LOKALITÄT:
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Boncourt, Grands'Combes
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GEOLOGIE :
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75 000-30 000 Jahre, frühe bis mittlere Eiszeit, Oberes Pleistozän
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REKONSTRUKTION :
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Wollnashorn (Coelodonta antiquitatis)
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AKTUELLE FORM :
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oben: Afrikanisches Breitmaulnashorn
(auch Weisses Nashorn genannt), Ceratotherium simum
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unten: Sumatra-Nashorn, Dicerorhinus sumatrensis,
kleinstes lebendes Nashorn
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Klassifikation und stratigraphische Verteilung
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Die Perissodaktyla, aus dem Griechischen perissos (ungerade) und daktylos (Finger), gehören zur kleinen Ordnung der Säugetiere der Unpaarhufer, die in der Regel 1-3 Zehen haben, welche von einem hornartigen Schutz eingefasst sind. Ihr Vorfahre ist vermutlich das kaum hundsgrosse Radinskya yupingae, das in Südasien vor etwa 55 Millionen Jahren (Oberes Paläozän) lebte. Im Eozän (55-34 Mio Jahre) ist ihre Vielfalt ausserordentlich gross, denn die Tiere waren in der gesamten nördlichen Hemisphäre sowie in Afrika verbreitet. Am Ende dieser Epoche erscheinen die ersten Vertreter der drei heute noch existierenden Familien der Nashörner, der Pferdeartigen und der Tapire.
Die Familie der Nashörner breitet sich erst im Oligozän (4-23 Mio Jahre) aus. Die ersten Nashörner hatten keine Hörner, aber die Pioniere dieser Erfindung trugen gleich zwei an der Spitze ihrer Nüstern. Am Ende des Miozäns (vor ca. 5 Mio Jahren) überleben nur die afrikanischen und eurasischen Nashörner eine globale Klimakrise, die Nordamerikanischen sterben aus.
Die Gattung der Coelodonta erscheint erst spät, vermutlich in Asien im Unteren Pleistozän vor etwa 1 Mio Jahren. Coelodonta anquititatis, das Wollnashorn, gibt es seit 350 000 Jahren (Mittleres Pleistozän). Es besiedelte den ganzen eurasischen Kontinent von Südkorea bis Spanien und Schottland und ist der am weitesten verbreitetste Vertreter aller Nashornarten. Allerdings hat es sich im Gegensatz zum Wollmammuth nie über die trocken gefallene Beringstrasse nach Nordamerika ausgebreitet. Dank seiner grossen Anpassungsfähigkeit an das Klima verdrängte es nach und nach gewisse Artgenossen die in Waldgebieten lebten, wie das grosse Nashorn Dicerorhinus mercki. Gemeinsam mit dem Wollmammut dominierte es die Steppen und Tundras des Oberen Pleistozäns (130 000- 10 000 Jahre) bevor es am Ende der letzten Eiszeit vor circa 12 000 Jahren (Magdalenian, Oberes Paläolithikum) ausstarb. Es war der letzte Vertreter der europäischen Nashörner.
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Morphologie und Lebensweise
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Wie alle Unpaarhufer sind die heute noch lebenden Rhinozerosse Pflanzenfresser, die sich von Gras und Blättern ernähren. Sie sind Revier gebundene Einzelgänger und leben in baumarmen Graslandschaften, Prärien und dichten Wäldern. Die afrikanischen Arten schätzen offenere Gegenden, die asiatischen Arten ziehen geschützte Gebiete vor. Auf der Nase haben sie ein oder zwei Hörner, ihre Oberlippe ist meist vorspringend und wird auch zum Greifen benutzt. Trotz massivem Körperbau, breitem Brustkasten und kurzen, unförmigen Beinen können sie kurze Strecken galoppieren.
Das Wollnashorn (Coelodonta anquititatis) konnte dank seinem dichten Fell extrem tiefe Temperaturen ertragen. Seine kurz behaarten Glieder waren gut an Wanderungen auf gefrorenem, oft schneebedecktem Grund angepasst. Mit einer Risthöhe von fast 2 m und einem Gewicht von 2 bis 3 Tonnen hatte dieses Nashorn grosse Ähnlichkeit mit dem Weissen Afrikanischen Nashorn (Ceratotherium simum).
Es hatte zwei Hörner und mit dem vorderen, das bis zu 1m lang werden konnte, legte es wie ein Schneepflug die Vegetation frei. Seine Backenzähne waren hyposodont, d.h. hochkronig und nachwachsend. Damit konnte es das harte Steppengras mühelos zerkauen.
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