FOSSIL :

Seeigel Pygurus blumenbachi

ANATOMIE :

Gehäuse ohne Stacheln

LOKALITÄT :

Courtedoux-Sur Combe Ronde

GEOLOGIE :

152 Mio Jahre, Kimmeridge, Späte Jurazeit

 
 

AKTUELLE FORM  :

Sanddollar

  
Klassifikation und stratigraphische Verteilung

Die Seeigel sind marine wirbellose Tiere (Invertebraten), welche zusammen mit den Seesternen, Schlangensternen, Seelilien und den Seegurken (Seewalzen) zum Stamm der Echinodermen gehören. Ihr besonderes Merkmal ist eine fünfstrahlige Symmetrie. Nach der Position des Afters und des Mundes kann man die Seeigel in zwei grosse Gruppen unterteilen: Es gibt die regulären Seeigel mit rundlichem fast symmetrischem Gehäuse, und die irregulären Seeigel, wie der hier abgebildete Pygurus blumenbachi, mit einem flachen, diskusähnlichen Gehäuse.

Erstmals traten die Seeigel im Späten Ordovizium, also vor circa 450 Millionen Jahren auf. Die Gruppe der Seeigel wird seit Beginn des Mesozoikums bis in unsere Zeit immer diverser. Es sind über 13'000 fossile und 6000 rezente Arten beschrieben.

Morphologie und Lebensweise

Regulärer Seeigel mit dem After auf der Gehäuseoberseite und dem Maul (rot umkreist) auf der Unterseite des Gehäuses. Rechts der Kauapparat, auch die „Laterne des Aristoteles“ genannt.

Das harte Gehäuse der Seeigel befindet sich unterhalb der Epidermis und setzt sich aus unzähligen einzelnen Kalzitplättchen zusammen. Die Stacheln sind mit dem Skelett gelenkig verbunden und können gegen die darunterliegenden Skelettplatten bewegt werden. Sie dienen dem Schutz des Tieres und sind bei den regulären Seeigeln lang und ausgeprägt, bei den irregulären Seeigeln stark reduziert. Einzigartig ist das innere Kanalsystem (Ambulakralsystem), dessen äußere Fortsätze als Saugfüßchen der Fortbewegung der Tiere oder als Tentakeln dem Nahrungserwerb dienen. Ein weiteres wichtiges Skelettelement ist die Laterne des Aristoteles, der Kauapparat, der aus 40 einzelnen Skelettplatten zusammengesetzt ist.

Bei den regulären Seeigeln befindet sich das Maul auf der Unterseite des Gehäuses und der After auf der gegenüberliegenden Seite, auf der Oberseite des Gehäuses. Bei den irregulären Seeigeln nimmt der After eine randliche Position ein.

Die Mehrzahl der Seeigel lebt in eher flachem, normal salinem Meerwasser. Seeigel ertragen nur kleine Veränderungen in der Salinität und kommen deshalb nie im Brackwasser vor.

Bei den irregulären Seeigeln ist die randliche Position des Afters, das abgeflachte Gehäuse sowie die Reduktion der Stacheln evolutives Charakteristikum. Diese Anpassung ist eine Folge ihrer veränderten Lebensart. Im Gegensatz zu den regulären Seeigeln, die auf dem (häufig harten) Substrat leben, graben sich die irregulären Seeigel teilweise oder ganz im Sediment ein. Einige irreguläre Formen ernähren sich sogar, indem sie das Substrat fressen (Detritusfresser).

 
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