FOSSIL :

Seelilie (Krinoide) Apiocrinites roissyanus d'Orbigny

ANATOMIE :

Seelilienkrone mit Armen

LOKALITÄT :

Boncourt-Queue au Loup

GEOLOGIE :

156 Mio Jahre, Oberes Oxford, Späte Jurazeit

 

AKTUELLE FORM  :

Seelilie

 
Klassifikation und stratigraphische Verteilung

Die Krinoiden sind wirbellose Meerestiere und bilden zusammen mit den Seeigeln, Seesternen, Schlangensternen und Seegurken (Holothurien) die Gruppe der Echinodermen (Stachelhäuter). Ihre Erscheinung lässt an eine Pflanze denken, woher sie sicher auch ihren Namen «Seelilie» in der Umgangssprache haben.

Bis heute wurden ungefähr 6000 fossile Krinoidenarten beschrieben und es gibt einige hundert heute noch lebende Arten. Die Krinoiden hatten ihre Hochblüte im Paläzoikum (-540 bis -250 Mio), wo sie flächendeckende Kolonien bildeten. Nachdem sie am Ende dieser Periode beinahe verschwunden waren, erschienen sie im Mesozoikum (-250 bis -65 Mio) mit beweglichen Armen wieder. Während dem Tertiär nahm ihre Vielfalt stark ab, so dass aktuelle Formen sehr selten sind. Die Masse der überlebenden Arten bilden die Haarsterne (Comatulida). Das sind Seelilien ohne Stiel, die nicht sessil sind und eher im flachen Wasser leben. Alle heute noch vorkommenden, sessilen Seelilien leben hingegen in der Tiefsee.

Die meisten fossilen Krinoiden findet man in Form von Fragmenten. Manchmal bilden ihre Überreste Kalksteine, die hauptsächlich aus Stielgliedern bestehen (z.B. der Trochitenkalk in der Trias). Nur an speziellen Fundorten wurden einzelne ganz erhaltene Tiere geborgen. Diese aussergewöhnliche Erhaltung findet sich vor allem in Ablagerungen, die z. B. durch einen Sturm oder Unterwasser-Erdrutsch in sehr kurzer Zeit gebildet wurden, so dass die Tiere sehr schnell und vollständig eingebettet wurden.

Morphologie und Lebensweise

Jedes Tier hatte eine Art Wurzel, einen Stiel, und eine Krone, welche aus dem Kelch und den (Fang-) Armen besteht. Nur die Gruppe der Komatuliden besitzt keinen Stiel.


Figur nach http://www.fossile.fr/infos/crino.htm

Die meisten Krinoiden waren sessil, d.h., sie lebten festgekrallt auf einem harten Riff oder schwimmenden Strunk. In gewissen geologischen Epochen bildeten sie als Kolonien im seichten Wasser oft ganze «Seelilien-Rasen». Allen Seelilien und Haarsternen ist gemeinsam, dass sie sich ernähren, indem sie fressbare Partikel (Plankton) mit ihren gefiederten Armen aus dem vorbeiströmenden Wasser filtern und es in den Mund transportieren, der sich am oberen Ende des Kelchs befindet.

Stiel und Kelch der Krinoiden dienten deshalb oft auch als Lebensraum für andere Organismen wie die Serpuliden (eine Art Würmer) oder gewisse Schnecken, die sich an den Nahrungsresten der Seelilien gütlich taten (diese Art von einseitigem Nutzniessertum oder Probiose nennt man in der Biologie auch Kommensalismus).

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